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Transkript

00:11

Ein Magnet.Viele denken, je mehr Bewerbungen, desto besser.

00:16

Warum stimmt das so nicht?Weil mehr Bewerbungen Arbeit machen.

00:21

Und ganz ehrlich: Wer mag denn gerne Arbeit?Also warum brauche ich viele Bewerbungen? Das ist Quatsch.

00:27

Wiederum kommen andere die Ecke und sagen: „Ja, eine Gute würde mir reichen.“ Und ich persönlich bin auch der Meinung, eine gute Bewerbung reicht prinzipiell.

00:36

Und Stellenanzeigen haben da tatsächlich einen Einfluss drauf.

00:38

Ich habe zwei Sorten von Kunden: Die einen, die sagen, wir kriegen gar keine Bewerbung und die anderen, die sagen, wir ertrinken gerade in Bewerbung.

00:47

Das kommt einerseits so ein bisschen auf die Marktlage und natürlich auch auf die Zielgruppe an.

00:51

Das hat sehr viel damit zu tun, in welcher Branche ich suche.

00:55

Wir haben nach wie vor Branchen wie die Pflege, das Handwerk.

01:00

Da brennt es nach wie vor, weil wir einfach nicht genügend Fachkräfte haben.

01:05

Die wollen gerne mehr anziehen, während wir – ist jetzt gemein, aber ich bin BWL-erin – wir haben immer genügend BWler, die brauchen wir nicht immer alle auf allen Bewerbungen.

01:17

Das Lustige ist, die bewerben sich auch wahnsinnig viel.

01:20

Was jetzt eine Stellenanzeige kann, ist tatsächlich, einerseits gucke ich dann bei denen, die zu wenig haben: Warum wird die beispielsweise nicht ausgespielt oder nicht gefunden?

01:31

Da müssen wir im ersten Schritt gucken: Wie schaffen wir es mehr Bewerbungen auf diese oder mehr Augenpaare erst mal auf die Stellenanzeige zu bekommen und daraus dann auch mehr Bewerbungen zu generieren?

01:43

Augenpaare auf die Stellenanzeige bekommen wir, indem wir den Titel optimieren und vor allen Dingen den auch ansprechend gestalten.

01:50

Das heißt dort, den Beruf zu nennen und dann aber bitte nach Möglichkeit auch noch diesen zu spezifizieren.

01:57

Wir suchen dort tatsächlich nach Keywords, die gesucht werden.

02:01

Das lässt sich mit zum Beispiel Google Trends auch gut herausfinden: Wird meine Stellenanzeige eigentlich überhaupt gesucht?

02:08

Also den Titel, den ich dort einsetze, die Wörter, die ich dort nutze.

02:11

Was leider nämlich immer wieder häufig passiert, ist, dass irgendwelche internen Stellentitel genommen werden, die sich lustig und fancy anhören,die aber einfach niemand sucht.

02:21

Hürden können wir einerseits erhöhen, indem wir schon in der Stellenanzeige konkreter werden, also konkreter einerseits mit den Aufgaben.

02:27

Das sollte man sowieso sein, weil dann haben wir die Funktion der Stellenanzeige, nämlich die Selbstselektion, können wir damit einfach erhöhen, dass Leute merken: „Das ist gar nicht der Job,den ich mir vorgestellt habe.“ Daran mangelt es sehr, sehr häufig einfach.

02:42

Dann können wir bei den Anforderungen schärfer werden,also da einfach tatsächlich mehr Anforderungen und härtere Kriterien reinbauen.

02:50

Und dann war jetzt einfach eine Zeit lang ein Markt, dass wir, dass viele Unternehmen zu wenig Bewerbungen hatten und die haben alle die Hürden der Bewerbungen gesenkt.

03:00

Das heißt, es wurde teilweise noch nicht mal mehr ein Lebenslauf oder irgendwas gefordert.

03:04

Und ich persönlich sage das auch allen, die zu wenig Bewerbungen haben: Fragt nach Vornamen, Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse.

03:11

Dann habt ihr ein Formular, was schön kurz ist, und habt aber als Unternehmen mehr Arbeit.

03:17

Weil man muss diese Menschen dann tatsächlich anrufen.

03:20

Wenn man jetzt merkt, okay, da kommen einfach zu viele rein, ich schaffe das gar nicht mehr, die anzurufen, dann ist der erste Schritt zu sagen: „Ich möchte doch wieder einen Lebenslauf in diesem Formular hochgeladen haben.“ Oder aber auch: „Ich möchte ein Anschreiben.“ Ich habe eine Zeit lang empfohlen, bitte auf gar keinen Fall ein Anschreiben fordern.

03:37

Das hat eh keiner, darauf hat niemand Lust.Wenn ich jetzt aber pro Stellenanzeige oder pro offenen Position 100 Bewerbungen bekomme, dann ist es doch okay, nach einem Anschreiben zu fragen.

03:51

Ich empfehle aber, bitte unbedingt direkt in der Stellenanzeige die Fragen, die ich beantwortet haben möchte, mit reinzuschreiben.

03:58

Zwei, drei Fragen direkt reinschreiben in die Stellenanzeige ist super hilfreich.

04:04

Erstens: Du weißt dann, ob jemand die Anzeige bis zum Schluss gelesen hat.

04:08

Das ist schon mal Schritt eins der Aussortierung.Schritt zwei ist: Du bekommst auch die Fragen beantwortet, die dich tatsächlich interessieren.

04:17

Und genau diese Dinge können wir ja tatsächlich abfragen.

04:20

Das kann man einerseits machen, indem man so klassisch über ein Tool sich bewirbt,also über ein Bewerbermanagementsystem, sich bewirbt und dort eben sagt: „Bitte beantworte in deinem Anschreiben diese drei Fragen.“ Man kann das Ganze auch machen über so einen ja, so ein Typeform-Abfragetool.

04:35

Das ist am Ende die Frage der technischen Lösung.

04:38

Da muss man gucken, was passt am besten, was passt am besten auch zum internen Prozess.

04:43

Wie komme ich mit diesem Arbeitsaufwand einfach klar?

04:46

Weil ja, es ist Arbeit, auch diese Bewerbungen alle zu sichten.

04:50

Und deshalb: Nein, es ist nicht besser, viele Bewerbungen zu haben und hier ganz viele Leute anzuziehen.

04:58

Das kann tatsächlich in richtig viel Arbeit ausufern und teilweise werden dann eben auch wieder Fehler gemacht.